Lippische Landes-Zeitung

20.01.2010

In der Lippischen Landes-Zeitung ist ein Bericht vom Auftritt von Maks & The Minors am 15. Januar im Kaiserkeller in Detmold erschienen.

“Das Klavierintro zum Auftakt erinnert ein wenig an die Titelmelodie des Cartoon-Klassikers Tom und Jerry, das einsetzende Schlagzeug bricht die Harmonie und schnelles Gitarrenspiel lenkt den kraftvollen Opener stilsicher in Richtung Rockmusik.

„I don‘t Know” nennt sich der Titel, mit dem „Maks & The Minors” ihr Konzert im Kaiserkeller eröffnen – und entgegen dem, was der Name verspricht, scheinen die Jungs um Sänger und Songwriter „Maks” Kretzenbacher sehr genau zu wissen, wie gute Musik funktioniert. Spannungsreich versetzen die Hamburger ihre Songs immer wieder mit Elementen aus Punk, Folk und gar Polka, setzen wohlüberlegt melodische Widerhaken ein, die ihren Liedern immer wieder überraschende Wendungen geben.

Die eigentlich klassische Besetzung mit Schlagzeug (Niki Schliebs), Bass (Artjom Feldtser) und Gitarre (Chris Henschel) erhält durch das Klavier, an dem sich Jakob Deiml als wahrer Tastengott erweist, äußerst belebende Unterstützung. Die fünf noch immer recht jungen Musiker haben bereits das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mit einem Plattenvertrag ausgestattet zwei Alben zu veröffentlichen. Die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma scheiterte letztlich jedoch an der fehlenden Bereitschaft der Band, sich in ein „markttaugliches” Schema pressen zu lassen. Verständlich, denn eben die Undefinierbarkeit ihrer musikalischen Prägung bestimmt den Stil, der „Maks & The Minors” interessant und neuartig klingen lässt.

Dort, wo eben noch Anleihen an die irischen Helden von The Pogues & Shane MacGowan durchklingen, tönt es einige Takte später aus den Boxen, als seien die Britpopper von Oasis mit einer neuen Breitband-Ballade zu Gast in Detmold. Und trotz aller Beweglichkeit innerhalb ihrer Kompositionen bringen die Jungs jeden ihrer Songs auf den Punkt, verlieren sich weder in endlosen Gitarrensolis noch in unnötigen Wiederholungen ihrer Refrains. Das klingt frisch, rotzig und setzt zwingend voraus, dass sämtliche Regler auf maximale Lautstärke gestellt sind.

Allein die Hymne „Most Disgusting Town”, die Frontmann Maks seiner Heimatstadt Neumünster gewidmet hat, vereint mit wiederholt virtuos eingebauten Tempowechseln scheinbar mühelos mehrere musikgeschichtliche Referenzen in nur vier Minuten, bleibt trotzdessen jederzeit unverschämt eingängig und ist zudem auch textlich höchst unterhaltsam. Weil auch der Gesang von Kretzenbacher das Niveau hält, das die ausgezeichneten Musiker an ihren Instrumenten vorgeben, lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass es sie noch gibt: Jene Bands, die schlicht zu kreativ und eigenständig sind, um im gleichgeschalteten Musikbusiness Erfolg zu haben! (abe) ”

Quelle: Lippische Landes-Zeitung


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